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7 questions to...

In the winter issue of Diva I was interviewed about packaging: Seven questions to ... Susanne Lippitsch The innovative product designer teaches at Universities of Applied Science in Vienna and Graz and at the Advertising and Design Academy in Salzburg.

Warum ist die Verpackung beim Schenken so wichtig?

Mit einem Geschenk bringt man jemand anderem Wertschätzung entgegen. Dadurch spielt die Verpackung eine besondere Rolle. Das Packaging ist aber nicht nur beim Schenken wichtig, sondern immer. Es erzeugt einen emotionalen Moment und beeinflusst die Kaufentscheidung. Welche Prozesse laufen da ab?

Bewusst relativ wenige, unbewusst umso mehr. In einem Geschäft mit Regalen muss ein Produkt vor allem so aussehen, dass es erstens wahrgenommen wird, zweitens schnell und klar kommuniziert, worum es überhaupt geht. Ist es eine Pflege, ein Duft, etwas zu essen? Je schneller man versteht, desto eher greift man zu. Und dann kommen noch die Begehrlichkeiten dazu, die Produktdesigner wecken wollen, indem sie so viele Sinne wie möglich ansprechen. Das hat viel mit gelernten Codes und archaischen Programmierungen zu tun. Was bedeutet das z.B. konkret auf Parfums bezogen?

Wenn man einen Duft verkaufen will, spielt der Flakon eine riesige Rolle, weil er dem olfaktorischen Erleben, erst ein Gesicht gibt. Sein Aussehen spricht den Sehsinn an, seine Form und Oberfläche den Tastsinn. Gerade zu Weihnachten sind die Verpackungen besonders luxuriös und oft golden ... Gold ist das wertvollste Metall, das wir haben. Es spielte in der Geschichte eine große Rolle, war ein Zahlungsmittel und steht in vielen Religionen für das Göttliche. Es strahlt also sehr viel Wert und Macht aus. Eine große Rolle spielt auch Glanz, der ähnliche ganz archaische Assoziationen weckt. Dasselbe gilt für perlenähnliche Designs. Was weckt noch den Eindruck von Wertigkeit? Gewicht, Form und Oberfläche natürlich. Sehr wichtig ist aber, dass eine Verpackung ehrlich ist. Wenn die Erwartung, die optisch erzeugt wird, nicht mit der haptischen Erfahrung übereinstimmt, erzeugt das eine Enttäuschung. Konkret: Wenn ein Flakon schwer und nach dickem Glas aussieht, dann aber ganz leicht ist, denkt man sich: Oh, doch Plastik und wahrscheinlich billig. Gibt es trotz des starken unbewussten, instinktiven Aspekts Verpackungstrends?

In den letzten Jahren hat sich im Luxusbereich das Dunkle und Matte etabliert. Bei Autos, die ja bis dahin immer hochglänzend sein mussten, bei Lebensmitteln und im Kosmetikbereich ist es ein Stilmittel, das wir mittlerweile dazu gelernt haben. Gerade in der Kosmetik erinnern matte, samtige Oberflächen in reduzierten Farben an Haut. Sie vermitteln Wärme und haben einen gewissen Sexappeal. Wird der Trend zur Nachhaltigkeit unser ästhetisches Empfinden ändern?

Das Natürliche ist absolut in. Es werden vermehrt ungebleichte Kartons eingesetzt und Recycling spielt eine seht große Rolle. In den 70ern, der Zeit des knallbunten Kunststoffhypes, hätte das wohl nicht funktioniert. Also ja: Unsere Wahrnehmung verändert sich. www.sl-design.at

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